Rattan-Gartenmöbel

Rattan aus dem Stamm der Rattanpalmen eignet sich neben dem Einsatz in vier Wänden nur bedingt für Gartenmöbel – für den Outdoor-Bereich empfehlen sich daher Tische, Liegen und Stühle aus dem Kunststoffgeflecht Polyrattan. Diese modernen und zugleich gemütlichen Möbelstücke verleihen jedem erholsamen Feierabend, oder auch dem netten Beisammensein mit Freunden, eine ganz besonders einladende Atmosphäre.

Augen auf beim Rattanmöbel-Kauf

Rattanmöbel werden bereits seit dem 17. Jahrhundert hergestellt: Den dicken Teil des Palmenstamms verwendet man für die Gestelle der Möbelstücke, und aus den glatten, in Streifen geschnittenen Oberflächen der Sprossen wird das Flechtwerk hergestellt.
Sind die Rattanmöbel für den Garten gedacht, empfiehlt sich anstatt dem feuchtigkeitsempfindlichen “echten” Palmenprodukt Polyrattan, ein wetterfestes Kunststoffgeflecht. Für den überdachten Einsatz, beispielsweise auf einer Terrasse, eigenen sich Möbelstücke aus ungeschälten Rattanrohren, die inklusive der schützenden Rattanschale produziert werden.
Egal, für welche Variante man sich entscheidet, sollte man beim Kauf auf die Qualität der Möbelstücke achten: Das Material darf nicht brüchig erscheinen, es muss frei von Giftstoffen sein, eine satte Farbe aufweisen (ausgebleichte Korbwaren standen bereits lange in der Sonne und sind nicht mehr in vollem Umfang belastbar) und über ein solides Gestell verfügen.

Für die Langlebigkeit seiner Möbel muss man selbst sorgen

Möbel für den Garten aus Rattan müssen sorgfältig gepflegt werden, um lange ansehnlich zu bleiben.
Die Korbwaren sollten öfters feucht abgewischt und abgesaugt werden – je staubiger das Umfeld ist, desto öfter! Sind die Tische, Liegen und Stühle häufig prallem Sonnenlicht ausgesetzt, empfiehlt sich die regelmäßige Verwendung von speziellen Pflegesprays, die nicht nur das brüchig werden der Teile verhindern, sondern auch zur Farberhaltung dienen. Diese Sprays bestehen zu Teilen aus Leinöl und aus Verdünner, wodurch die Oberflächen der Rattanmöbel geschmeidig und atmungsaktiv bleiben. Es wird davon abgeraten, die Korbwaren mit dem Schlauch abzuspritzen (außer es handelt sich um Polyrattan), da zu viel Nässe dem Rattan schadet.

Rattanmöbel – zeitlos, gemütlich und pflegeleicht

Für den Einsatz im Garten eigenen sich am Möbel aus Polyrattan, da “echter” Rattan sehr empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert. Korbwaren aus “echtem” Rattan können jedoch, wenn diese aus dem ungeschälten Rattanrohr gefertigt wurden, auf überdachten Plätzen verwendet werden. Wichtig ist die gute Qualität der Möbelstücke, beispielsweise eine frische Farbe und Stabilität. Eine gute Pflege verlängert die Lebensdauer der Korbwaren – dazu gehört die Säuberung sowie die regelmäßige Behandlung mit einem speziellen Rattan-Spray.

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Farne – Schönheiten im Schatten

Der Lebensraum der Schattenkinder

Farne können entwicklungsgeschichtlich auf einen sehr langen Zeitraum zurückblicken, sie existieren bereits mehrere Millionen Jahre. Auch heute sind sie noch weltweit mit mehr als zweihundert Gattungen und um die zehntausend Arten verbreitet und das vorwiegend in schattigen, luftfeuchten Gebieten der Tropen oder Subtropen und der gemäßigten Klimazone.

Farne im Garten

Farne im Garten

Auch in unseren Gärten fühlen sie sich am wohlsten, wenn sie im leicht feuchten Schatten oder Halbschatten auf humosen, lockeren Böden wachsen dürfen.

Je feuchter (nicht dauernass!) der Boden ist, desto sonniger darf der Standort sein.

Die meisten Gattungen bevorzugen sauren Boden, aber hier gibt es einige Ausnahmen, deshalb solltest Du Dich beim Kauf genau über die bevorzugten Bodenverhältnisse des von Dir gewählten Farnes informieren.

Außerdem gibt es einige wenige Farne, die sogar mit zeitweiser Trockenheit und Sonne zurechtkommen und zum Beispiel trockene Felsspalten besiedeln können.

Bei sommergrünen Farnen sollten die im Herbst welkenden Farnwedel erst im Frühjahr abgeschnitten und entfernt werden, denn sie sind – zusammen mit dem Falllaub von Bäumen und Sträuchern – ein natürlicher Winterschutz.

Farne im Jahresverlauf

Farne im Frühling

Farne im Frühling

Farne lassen im Frühjahr gern auf sich warten. Doch dieses Warten lohnt sich, denn besonders in der Zeit des Austriebes überraschen sie mit besonderen Reizen.

Die Blätter der Farne, die Farnwedel, entrollen sich nach und nach und bringen in dieser Zeit fast grafische Strukturen in den Garten.

Je nach Gattung und Art, aber auch nach Alter der Pflanzen, unterscheiden sich die Wedel in Größe, Form und Farbe, so dass man allein durch das Pflanzen verschiedener Farne Abwechslung in eine Schattenpflanzung bringen kann.

Farne sind auch nicht „nur“ grün, denn neben verschiedenen grünen Schattierungen gibt es auch Farne mit rötlichen oder sogar silbern schimmernden Wedeln.

Einige Farne bekommen eine gelbe Herbstfärbung, andere sind winter- oder immergrün und damit auch in der Vegetationsruhe dekorativ.

Wuchsformen und Pflanzpartner

Allen Farnen gemein ist, dass die Farnwedel einer unterirdisch verlaufenden Sprossachse, dem Rhizom, entspringen.

Die Rhizome wachsen entweder dicht beieinander, so dass die Farne einen horstartigen, oft trichterförmigen Wuchs aufweisen, oder sie kriechen und verzweigen sich und bilden dann meist weit reichende Ausläufer, so dass schnell größere Bestände entstehen können.

großer Farnbestand

großer Farnbestand

Bei kleineren Gärten ist deshalb Vorsicht geboten, denn Ausläufer bildende Farne könne leicht zur Plage werden.

Farne sind für jede Gartengröße geeignet, denn es gibt sie in allen Ausführungen von klein über mittel bis hin zu groß.

Farne sind nicht nur miteinander, sondern auch mit anderen Schattenpflanzen gut zu kombinieren.

Besonders schön wirken sie mit Schattengräsern, Funkien oder Astilben.

Da sie relativ spät austreiben, kannst Du früh blühende Zwiebelpflanzen (Krokusse, Schachbrettblumen, Winterlinge, Frühlingsanemonen und viele andere) gut zwischen ihnen platzieren, so dass diese vor oder mit dem Austrieb der Wedel blühen.

Im Folgenden stelle ich Dir eine kleine Auswahl an Farnen vor.

Der Regenbogenfarn – Athyrium niponicum var. pictum (Syn. A. niponicum ‘Metallicum’)

Auffallend an diesem mittelgroßen Farn (bis 40 Zentimeter lange Wedel, manchmal länger) ist seine Färbung: Die gefiederten Wedel schimmern silbrig grün-rot. Dieser Farn sollte einen besonderen, nicht zu dunklen, Platz bekommen, an welchem er seine dezente, aber besondere Farbenpracht entfalten kann.

Der Rotschleierfarn – Dryopteris erythrosora

Rotschleierfarn

Rotschleierfarn

Die Wedel dieses Farns wachsen eher in die Breite als in die Höhe (50 Zentimeter Höhe) und sind besonders während des Austriebes rötlich-grün gefärbt.

Später verfärben sie sich zu einem kräftigen Grün. Der Rotschleierfarn ist teilweise wintergrün.

Der Königsfarn – Osmunda regalis

Königsfarn

Königsfarn

Ein Farn für Gärtner, die einen feuchten, lichtschattigen Standort mit einem eindrucksvollen Solitär bepflanzen wollen.

Der Königsfarn kann größer als 150 Zentimeter werden und benötigt torfhaltigen Boden.

Weicher Schildfarn, Filigranfarn – Polystichum setiferum

Dieser Farn, von dem es mehrere Sorten gibt, besticht durch seine besonders schön gefiederten Wedel. Er wird (je nach Sorte) bis 50 Zentimeter hoch und ist sehr dekorativ.

Der Hirschzungenfarn – Asplenium scolopendrium (Syn. Phyllitis scolopendrium)

Hirschzungenfarn

Hirschzungenfarn

Eine der Ausnahmen von der Regel, sowohl was das Aussehen als auch die Standortbedingungen angeht.

Die Wedel des Hirschzungenfarns sind ungeteilt, zungenförmig und glänzend; es gibt auch eine Sorte mit gewellten Wedeln (‘Undulatum’).

Dieser Farn benötigt einen schattigen Platz unter Bäumen in kalkreicher Erde.

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Wo ein Garten ist, ist auch ein Weg

Die richtige Planung

Die Möglichkeiten der Weggestaltung sind vielfältig. Vom Trampelpfad bis hin zur betonierten Fahrstraße – je nach Größe, Nutzung und Stil des Gartens, aber auch Form und Beschaffenheit des Geländes, ist fast alles möglich.

Wenn Du Deinen Garten nicht gerade von einer Gartenbaufirma planen und gleich komplett anlegen lässt, dann solltest Du bei der Planung Deiner Gartenwege mit Bedacht zu Werke gehen, denn einen einmal gepflasterten Weg wieder zu entfernen, ist kosten- und arbeitsaufwendig.

Lass Deinem Garten und Dir ein wenig Zeit, denn der beste Verlauf zukünftiger Wege zeigt sich oft ganz von selbst.

Gartenweg mit Rasenfläche

Gartenweg mit Rasenfläche

Ob Du Deinen Garten neu anlegst oder ein altes Grundstück neu gestaltet wird, oft ist eine Rasenfläche der Ausgangspunkt für die weitere Gestaltung.

Der Vorteil: Rasen ist begehbar und verhindert das Wegschwemmen des Bodens.

Sind schon Beete geplant oder vorhanden, so nutze vorerst den Rasen als Weg – und nach einiger Zeit wird sich zeigen, welche Strecken die meist begangenen sind und wo Du unbedingt einen Weg benötigst.

Welcher Weg zu welchem Ort

Es ist sinnvoll, genau zu überlegen, in welcher Form Deine Wege durch den Garten führen sollen. Geradlinig von einem Punkt zum anderen? In geschwungenen Linien, einladend zum Flanieren? Oder gerade, mit exakten Biegungen und rechten Winkeln, um Klarheit und Symmetrie herzustellen?

Nutzgartenweg

Nutzgartenweg

Geradlinige Wege sind im Nutzgarten, zwischen Gemüsebeeten, Hochbeeten, Gewächshaus und Frühbeetkästen am geeignetsten.

Denn hier kommt es darauf an, bequem zu arbeiten, ohne dass man direkt im Beet stehen muss und dass die zurückzulegenden Strecken möglichst kurz sind.

Die Hauptwege sollten hierbei mindestens so breit sein, dass man sie bequem mit der Schubkarre befahren kann.

Möglichst schnell und ohne unnötige Umschweife sollte auch der Komposthaufen zu erreichen sein. Wichtig ist, das dieser Weg bei jedem Wetter gut begehbar ist und weder bei Matsch noch Eis Rutschgefahr besteht.

Wege, die zum Spazierengehen einladen, sind oft geschwungen und führen in Schleifen durch den Garten. Das sieht schön aus, doch hier ist Vorsicht geboten. Kleine und große Menschen – Kinder und Gärtner – neigen dazu, Abkürzungen zu benutzen.

Ungewollt können so jede Menge Trampelpfade im Garten entstehen. Stark geschwungene Wege sollten deshalb nur dort angelegt werden, wo ein anderer Durchgang nicht möglich ist, sei es durch starken Staudenbewuchs, Hecken, Mauern oder sonstiges.

Das heißt nicht, dass alle Wege nur starr gerade zu verlaufen haben. Ein leichter Schwung im Weg, der aber trotzdem einen relativ geradlinigen Durchgang ermöglicht, löst optisch gerade Kanten und Linien auf und bringt Leichtigkeit in das Gesamtbild. Überhängende Stauden und Bodendecker können zusätzlich für weiche Übergänge sorgen.

Die Art der Wegführung ist natürlich auch abhängig von der Form des Geländes. Liegt ein Garten direkt an einem Hang, so kann ein Weg in Serpentinenform eine schöne Lösung sein; zu einer Anlage in Terrassenform passen einzelne Stufen oder Treppen, die von einer Ebene zur anderen führen, sehr gut.

Bei besonders tiefen Beeten oder Rabatten kann es manchmal nötig sein, Trittsteine oder einen kleinen Weg im Beet selbst mit einzuplanen, um bequem Jäten oder Pflanzen zu können.

Das richtige Material

Je nach Gartenbereich können unterschiedlich gestaltete Wege nützlich und nötig sein. Dabei solltest Du immer überdenken, ob der Gartenteil, den Du gerade gestaltest, schon seine Endform erhält oder ob eventuell spätere Beeterweiterungen in Frage kommen oder in diesem Bereich in weiterer Zukunft ein Sitzplatz, eine Wasserstelle oder etwas anderes noch Platz finden soll.

Denn davon ist es abhängig, wie solide und langlebig der entstehende Weg sein soll. Außerdem bestimmt die Auswahl des Materials entscheidend den Gesamteindruck Deines Gartens und sollte deshalb stilistisch dazu passen.

Rasenweg

Rasenweg

Die einfachste Variante sind natürlich Graswege. Diese sollten immer mindestens so breit sein, dass man sie bequem mit dem Rasenmäher bearbeiten kann.

Um ein Hineinwachsen des Grases in die Beete zu verhindern, muss Du entweder regelmäßig die Beetränder abstechen oder eine entsprechende Beetbegrenzung schaffen.

Eine ebenfalls schnelle und relativ kostengünstige Variante ist die Verwendung von Rindenmulch als Wegbelag. Rindenmulch ist vor allem für schmale oder kurze Wege eine gute Alternative – oder, wenn Du kurzfristig einen Weg benötigst, für dessen „richtige“ Befestigung momentan Zeit oder Geld fehlen oder einfach, wenn die Gartenplanung noch nicht abgeschlossen ist.

Ebenfalls gut geeignet, aber etwas aufwendiger bei Beschaffung und Verarbeitung, ist Kies als Wegbelag. Kies gibt es in verschiedenen Körnungen, bei seiner Verwendung sollte der Untergrund gut vorbereitet werden.

Klassiker ist natürlich der gepflasterte Weg. Doch auch hier gibt es viele Varianten, sowohl in Bezug auf Material als auch Ausführung. Vom Naturstein (in verschiedensten Ausführungen) über Betonsteine bis hin zu Betonsteinen in Natursteinoptik ist alles machbar.

Der Weg selbst kann komplett gepflastert werden oder es werden nur große Steinplatten als Trittsteine verlegt. Kleinere Gartenwege können auch gut mit alten oder überzähligen Ziegeln, Bruchsteinen oder ähnlichen Materialien gestaltet werden.

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Spitzwegerich

unauffällig und manchem auch lästig

Spitzwegerich ist eine so verbreitete Pflanze, dass die meisten von uns achtlos an ihm vorübergehen, obwohl jeder seine langen, dunkelgrünen Blätter und die Blüten- und Samenstände kennt, die leider optisch ziemlich unauffällig sind.

Seinen Name deutet bereits darauf hin, dass man ihn häufig an Wegrändern – und mitunter sogar mitten auf dem Weg – antreffen kann. Aber auch im Rasen oder in Blumenbeeten findet man ihn, wo ihn viele Gärtner jedoch nur ungern sehen und ihn bekämpfen, weil er eben keine ausnehmende Schönheit ist.

Nun, überall muss man ihn sicherlich nicht dulden, aber besser als ihn auszureißen und zu entsorgen – oder schlimmer noch: mit Unkrautvertilgungsmitteln zu vernichten – ist es, ihn zu sammeln oder an einen weniger störenden Ort zu versetzen.

Denn schon Goethe erkannte: „Das Äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte seiner Wirklichkeit“, und gerade Spitzwegerich besitzt zahlreiche innere Werte.

Gegen Husten unschlagbar

Spitzwegerichblüte

Spitzwegerichblüte

Unter seinen zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffen sind bei Erkältungen vor allem die reichlich vorhandenen Schleimstoffe hilfreich.

Sie legen sich schützend über die angegriffenen Schleimhäute, und wirken darauf hin, dass sich festsitzender Schleim lösen kann.

Dementsprechend findet sich Spitzwegerich inzwischen in zahlreichen Husten- und Erkältungspräparaten.

Trocknet man die Blätter, kann man sie also – eventuell gemischt mit ergänzenden Heilkräutern wie Thymian, Anis, oder Königskerzen – zu Hustentee verarbeiten.

Dazu ist es allerdings wichtig, die Blätter sehr sorgfältig zu behandeln, denn wenn sie beim Trocknungsprozess schwarze Flecken bekommen, sind sie unbrauchbar. Am besten ist es, sie aufgefädelt an einem dunklen, trockenen Ort aufzuhängen.

Alternativ kann man aber auch einen Hustensirup aus ihnen zubereiten, wie es früher noch weit verbreitet üblich war. Dazu kocht man eine Handvoll zerkleinerter Kräuter mit ca. 500 ml Wasser in einem Topf auf und lässt diese Mischung eine halbe Stunde ziehen.

Anschließend siebt man die Kräuter heraus und kocht den Sud um rund die Hälfte ein. Nachdem er anschließen auf knapp 40°C abgekühlt ist, werden noch 175 g Waldhonig untergerührt.

Die Mischung hält sich bei sachgemäßer Lagerung (kühl und dunkel) ca. ein Jahr. Bei einer Erkrankung werden täglich drei Teelöffel Sirup eingenommen.

Erste Hilfe bei kleinen Wunden oder Insektenstichen

Spitzwegerich enthält jedoch auch sekundäre Pflanzenstoffe mit antibiotischer Wirkung, die ihn auch noch anderweitig zum wertvollen Ersthelfer machen:

Wanderungen, Gartenarbeit, Spiele im Freien – dabei gibt es immer wieder reichlich Gelegenheiten sich mal eben irgendwo einen kleinen Kratzer zuzufügen oder von Insekten gestochen zu werden.

Wie praktisch, wenn dann in der Nähe ein Spitzwegerich wächst, denn der Saft seiner Blätter ist ein ideales Gegenmittel. Im Bedarfsfall kann man also das frische Blatt zusammenrollen und ein wenig zerreiben bis der Saft austritt, den man dann mit dem Blatt auf der betroffenen Stelle verteilt.

Gerade Gärtner sollten also den Spitzwegerich nicht gänzlich aus ihrem Reich verbannen, zumal seine zarten, jungen Blätter sich auch zu einem leckeren Salat verarbeiten lassen, der besonders reich an Vitamin C ist. Auch als Zugabe zu Wildkräutersuppen eignet er sich bestens.

Seine Verwandtschaft ist weniger wirkungsvoll

Neben dem Spitzwegerich existieren hierzulande noch andere Wegericharten, beispielsweise der Breitwegerich mit deutlich runderer Blattform.

Seine Blätter wachsen zudem – im Gegensatz zu denen des Spitzwegerich – an kleinen Stielen aus der Blattrosette. Er besitzt leider nicht die besondere Heilwirkung des Spitzwegerich.

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Mädesüß(e) Medizin

Duftige Schleier

…verbreiten die zarten, elfenbeinfarbenen Blüten des Mädesüß im Sommer auf Feuchtwiesen, Bachläufen und an Teichrändern. Ob man vielleicht so auf den Gedanken kam, sie auch in Brautkränze zu flechten und bei Hochzeiten zu verstreuen?

Die romantischen Pflanzen bezaubern uns mit ihrem zarten Honigduft, und locken auch Bienen und Schmetterlinge, doch die „Wiesenkönigin“ war bereits in der Antike geschätzt und den Kelten wohlmöglich sogar heilig. Man sammelte sie vermutlich gemeinsam mit anderen magischen Pflanzen zur Zeit der Sommersonnenwende, die anschließend als Kräutersträuße in den Häusern Böses abwehren sollten.

Nun, das war gut gewählt, denn auch vor rund zweitausend Jahren schätzte man das Böse beispielsweise in Form von Schmerzen und Erkältungsbeschwerden nicht sonderlich – und dagegen hilft Mädesüß tatsächlich.

Lindert Schmerzen und unterstützt die Heilung

…so kennt man bis heute das Wirkungsspektrum von Aspirin. Dass dieses Medikament aber quasi weit verbreitet wild, oder auch in vielen Hausgärten wächst, ist eher weniger bekannt. Die Pflanze an sich erinnert auch nicht wirklich an kleine weiße Tabletten, doch sie enthält mit Salizylsäure – Abkömmlingen, bzw. pflanzlichem Salizylat, einen „baugleichen“ Wirkstoff.

Das erkannte man schön sehr früh und dementsprechend nutzte man Mädesüß in Form von Tee beispielsweise erfolgreich bei der Bekämpfung von Erkältungsbeschwerden.

Es lindert nicht nur das Kopfweh, sondern wirkt auch fiebersenkend und immunstimulierend. (Hierfür werden Blätter und Blüten genutzt. Vorsicht: bei Unverträglichkeiten gegen Salizylate oder Problemen im Bereich der Blutverdünnung sollte man auch Mädesüß nicht bzw. nur in Absprache mit einem Arzt anwenden!)

Anfang des 19. Jahrhunderts schließlich gelang es, den Wirkstoff aus der Pflanze zu isolieren und bis man schließlich Salizylsäure synthetisch herstellen konnte, war die auch „Spierstaude“ genannte Pflanze der Rohstoff der Wahl. Der Name Aspirin leitet sich sogar her von dem lateinischen Namen Spiarea Ulmaria, den Linne´ dem Mädesüß verlieh. (Heutiger Name: Filipendula Ulmaria)

Und ähnlich wie bei unserem modernen Medikament fand man noch zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise Gicht, Rheuma oder Harnwegserkrankungen, bei denen auch die weiteren Inhaltsstoffe des Mädesüß ihre Wirkungen entfalten. Eine Salbe mit Mädesüß verwendete man zudem bei Gliederschmerzen, Beulen und Schwellungen.

Um einen Tee zuzubereiten, erhält man Mädesüß problemlos in Apotheken. Aber warum nicht im nächsten Sommer die Gartenapotheke erweitern und so gleich zwei Vorteile genießen: man spart das Geld für den Tee und kann sich zudem noch an der schönen Pflanze freuen.

Eine romantische Zierde für den Garten

Blüte von Mädesüß

Blüte von Mädesüß

…ist die bis zu 1,2 Metern Höhe erreichende Königin der Wiesen auf jeden Fall, doch Ihre Hoheit stellt natürlich gewisse Ansprüche an ihr Reich. Wie bereits angedeutet, findet man Mädesüß natürlicherweise an feuchten Stellen, wie beispielsweise Bachläufen oder Teichufern, denn eines verträgt sie ganz sicher nicht: Trockenheit. Gärtner, die jedoch beispielsweise einen Teich mit einer ausgedehnten Sumpfzone besitzen, könnten bereits im kommenden Jahr die Vorzüge der Pflanze genießen.

Zudem ist sie natürlich ideal für Standorte, die sonst ihren Besitzern großes Kopfzerbrechen bereiten: gerade mit lehmigen Böden und Staunässe haben viele andere beliebte Zierstauden erhebliche Probleme.

Hat die Schönheit einmal Fuß gefasst, bereitet die unempfindliche Pflanze dem Gärtner keinerlei Schwierigkeiten mehr. Besonders schön und natürlich wirkt sie in Kombination mit den leuchtend-purpurfarbenen Blütenkerzen des Blutweiderichs und dem violetten langblättrigen Ehrenpreis.

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Verbenen vertreiben Erkältungsgeister

Ein unscheinbares Äußeres

Eisenkraut (Verbena officinalis)

Eisenkraut (Verbena officinalis)

Seiner optischen Erscheinung wegen wird vermutlich kaum ein Gärtner Eisenkraut (Verbena officinalis) in den Garten pflanzen. Das aus dem Mittelmeerraum stammende, aber seit Jahrtausenden über weite Teile Europas und Asiens und darüber hinaus verbreitete Gewächs besitzt einen eher eigenwilligen Wuchs mit seinen bis zu 80 cm. langen, kantigen, beinahe kahlen Stängeln, an denen sich ungefähr von Juni bis Oktober zwar sehr hübsche, aber doch kleine – und damit unscheinbare – hellviolette Blüten zeigen. Nicht zu verwechseln ist es mit der aus Südamerika stammenden Zitronenverbene, die mitunter ebenfalls als Eisenkraut bezeichnet wird.

Doch hilfreich bei Erkältungen

Zwar konnte bislang die Heilwirkung der Pflanze noch nicht klinisch nachgewiesen werden, doch sie wird seit alters her in der Volksheilkunde vor allem bei Erkältungskrankheiten erfolgreich eingesetzt und ist wesentlicher Bestandteil pflanzlicher Erkältungspräparate. Seine Inhaltsstoffe wirken vor allem antimikrobiell, entzündungshemmend, hustenreizstillend und verflüssigen zähen Schleim in den Atemwegen. Eisenkraut wird dabei jedoch – nicht zuletzt aufgrund seines eher strengen Geschmacks – sinnvollerweise nicht allein verwendet. Besser ist es aus Eisenkraut und weiteren Pflanzen ähnlicher oder ergänzender Wirkung (z.B. Spitzwegerich, Thymian, Königskerze, Holunderblüten, Mädesüß) einen Tee zuzubereiten. Aber Vorsicht: Da man Eisenkraut auch eine wehenfördernde Wirkung nachsagt, sollte dieser Tee nicht während der Schwangerschaft genossen werden. Und übrigens: Eisen enthält die Pflanze nicht in nennenswerten Mengen. Ihr Name stammt möglicherweise daher, dass ihr in früheren Zeiten eine Wirkung bei Verletzungen mit Waffen aus Eisen zugeschrieben wurde.

Seit Jahrtausenden besonders geschätzt

Vermutlich schätzten die Menschen bereits in der Jungsteinzeit die Heilkraft des echten Eisenkrauts, denn bei Ausgrabungen von Siedlungsresten aus dieser Zeit konnten bereits Reste dieser Pflanzen nachgewiesen werden. Besonders wertvoll war sie den Menschen des Altertums allerdings überall als Kultpflanze. Bereits in indogermanischer Zeit hat man mit großer Sicherheit mit Eisenkraut verwendet, um Altartische zu reinigen – ein Brauch der auch bei den Römern verbreitet war. So lag laut Plinius im antiken Rom auf dem Altar des Jupiter grundsätzlich bündelweise Eisenkraut und auch die keltischen Druiden nutzten Eisenkraut bei Kulthandlungen. Vor allem aus diesen Anwendungen resultieren die zahlreichen weiteren Namen, unter denen die Pflanze bekannt ist. So nennt man sie beispielsweise auch Druidenkraut, Sagenkraut oder Wunschkraut.

Und vertreibt es vielleicht sogar böse Geister?

Das zumindest glaubten noch sehr lange viele Menschen in Europa. So wurden als Schutz vielerorts Eisenkrautbündel an die Türen der Häuser gehängt und kleine Eisenkrautbüschel als eine Art Amulett in der Kleidung mitgetragen. (Übrigens Mädels: Eisenkraut soll angeblich sogar gegen Angriffe von Vampiren schützen…)

Interessanter Mitbewohner im Naturgarten

Wie bereits erwähnt, ist die überall in der Natur vorkommende Verbena officinalis kein besonderes optisches Highlight, besitzt durch seinen interessanten Wuchs aber einen ganz eigenen Reiz, den man vor allem in natürlichen Gärten einsetzen kann. Interessant ist beispielsweise eine Kombination mit Salbei. Eisenkraut bevorzugt geschützte sonnige Standorte und stellt an den Boden keine besonderen Anforderungen, verträgt allerdings größere Trockenheit während der Sommermonate eher schlecht.

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Erkältungspflanzen aus dem Garten – Königskerze

Eine uralte Apothekerpflanze

Nicht erst im Mittelalter, als Kloster- und Bauerngärten die wichtigsten Apotheken waren, wurden die zahlreichen medizinischen Anwendungsmöglichkeiten erkannt. Schon der antike griechische Arzt Hippokrates beschrieb ihre Wirkungen, die belegt werden konnten, nachdem ihre Inhaltsstoffe genauer untersucht wurden: Königskerzen, von der in der Regel die getrockneten Blüten als angenehm schmeckender Tee genutzt werden, sind nicht zuletzt bei Erkältungskrankheiten eine wertvolle Hilfe.

Die in ihnen enthaltenen Schleimstoffe beruhigen und schützen die angegriffenen Schleimhäute und wirken vor allem auch bei Husten reizlindernd. Unterstützt wird diese Wirkung zusätzlich durch Saponine, die unter anderem den Bronchialschleim verflüssigen, so dass er sich leichter von den Atemwegen löst.

Die Saponine wirken allerdings auch lindernd bei Erkrankungen des Verdauungsapparates. Weitere Inhaltsstoffe wie Flavonoide und Iridoide, ergänzen mit ihrer entzündungshemmenden und durchblutungsfördernden Wirkung die positiven Eigenschaften der Königskerze.

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… mit doppelter Leuchtkraft

Ihre Form und ihre strahlend gelben Blüten inspirierten die Menschen offensichtlich schon früh zu einer weiteren Nutzung. In Pech, Harz, Öl oder Wachs getaucht, wurden die verblühten langen Dolden als Fackel sehr geschätzt. Die getrockneten Blätter hingegen waren vor allem durch die leicht entzündlichen „Haare“ („Wollblume“) eine begehrte Hilfe beim Anfachen eines Feuers.

…und Magie?

Blüte einer Königskerze

Blüte einer Königskerze

Bei einer solch auffälligen Schönheit, die so viele andere Naturpflanzen im wahrsten Sinne des Wortes „überstrahlt“, blieb es natürlich nicht aus, dass ihr bald schon zahlreiche magische Wirkungen zugeschrieben wurden.

So waren Amulette aus der Wurzel beliebt, die vor bösen Kräften schützen sollten. Ebenfalls zur Abwehr böser Zauber und Dämonen diente das Verräuchern der Königskerze. Ob man sie deshalb im Volksmund auch Unholdkerze nannte?

Andere beobachteten die Pflanze eher aus praktischen Gründen, wovon weitere Namen der Königskerze künden: Donnerkerze, Wetterkerze, Himmelsbrand. Diese Namen zeugen vor allem davon, dass sie in früheren Zeiten als Wetterboten galten.

So lasen die Bauern beispielsweise aus der Anordnung und Größe der Blattrosette, ob der Schnee schon vor Weihnachten oder erst im neuen Jahr kommen würde.

Ein strahlender Blickfang im Naturgarten

Natürlich kann man in jeder Apotheke problemlos Königskerzentee erhalten, doch viel praktischer und schöner ist es, wenn man sich an diesem „Tee“ schon im Sommer erfreuen kann.

Besonders attraktiv wirken die von Juni bis August blühenden zweijährigen Stauden aufgrund ihrer Größe und ihres Aussehens in naturnahen Staudenbeeten, wo sie einen optischen Mittelpunkt bilden.Schön als Begleitung sind beispielsweise hohe Indianernesseln oder auch höhere Ziergräser.

Man sollte sie allerdings aufgrund ihrer Dimension auf jeden Fall in den Hintergrund eines Beetes pflanzen und seitlich einen großzügigen Abstand zu Nachbarpflanzen wählen (ca. 50cm), da sie eine große Blattrosette ausbilden.

Hinsichtlich ihres Standortes bevorzugen Königskerzen durchlässige Böden in sonniger Lage.

Wer sie allerdings nicht nur aus optischen Gründen pflanzt, sondern auch von ihrer Heilwirkung profitieren möchte, sollte sie natürlich erstens an eine leicht erreichbare Stelle setzen, damit man ohne größere Schwierigkeiten die Blüten ernten kann.

Außerdem ist zu beachten, dass es zwischen den zahlreichen Sorten deutliche Unterschiede in der Wirksamkeit geben kann. Eine der „wirkungsvollsten“ Sorten ist die hellgelb blühende Verbascum densiflorum.

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…doch man benötigt etwas Geduld

Königskerzen lassen sich leicht aus Samen selber ziehen, doch als zweijährige Pflanzen bilden sie im ersten Jahr zunächst die Blattrosette aus, bevor im zweiten Jahr die Blüten erscheinen. Dann allerdings wird man immer wieder Königskerzen im Garten haben, denn sie versamen sich gern selbst, werden aber nur selten lästig.

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Gartentipp 8: Wohin mit dem vielen Laub

Wohin mit dem vielen Laub

abgefallenes Laub

abgefallenes Laub

Jetzt kommt es wieder mit Macht herunter, das Herbstlaub. Natürlich kann und sollte man es nicht überall dort, wo es gerade hingefallen ist, liegen lassen.

Auf Gehwegen nicht wegen der Rutschgefahr bei Nässe, und auf dem Rasen auch nicht, weil ihm das Licht genommen und er Schaden leiden würde.

Viele Gartenbesitzer sind allerdings übereifrig und entfernen das Laub auch dort, wo es besser liegen bleiben sollte: unter Sträuchern und Bäumen, auf Beeten und Rabatten.

Dort ist das Laub ein natürlicher Schutz für den Boden und die vielen Kleinlebewesen während der kalten Jahreszeit, und die Kleinlebewesen sorgen dafür, dass das Laub nach und nach verrottet und dass im Frühjahr kaum noch etwas davon übrig ist. Es hat jedoch wie ein natürlicher Dünger gewirkt.

Es gibt allerdings zwei Ausnahmen:

  1. Laub von Rosen ist in der Regel pilzbefallen und sollte entsorgt werden (keinesfalls auf den Komposthaufen!). Lässt man es liegen, freuen sich die Pilzsporen und sind im Frühjahr munter wieder da. Das Rosenlaub ab- und aufzusammeln ist zwar etwas mühsam, aber es lohnt sich, wenn man den Garten gesund halten will.
  2. Nicht jedes Laub eignet sich für den beschriebenen Zweck. Das Laub mancher Bäume – z. B. Buchen, Kastanien, Nussbaum, Magnolie – ist derart ledrig und fest, dass es im Winter kaum verrottet und im Frühjahr fast genau noch so da liegt, wie es im Herbst herabgefallen ist. Solches Laub sollte also auch von Beeten und Rabatten weggeräumt werden. Gut eignet sich dagegen alles weiche Laub, z. B. von Blutpflaume, Birke und ganz besonders Hainbuche.
Laub als Winterschutz

Laub als Winterschutz

Das von Gehwegen und Rasen entfernte Laub – nur weiches Laub – kann man gut im Garten an anderer Stelle verwenden, und zwar als Winterschutz für frostgefährdete Pflanzen.

Dazu zählen nicht nur die berühmten Kamelien, sofern man welche hat, sondern alle seit dem letzten Winter neu gepflanzten Gehölze, die ihren ersten Winter noch vor sich haben.

Man verteilt das weiche Laub einfach auf dem Wurzelbereich, der „Baumscheibe“, und deckt es am besten noch mit Nadelholzzweigen ab. Das hat einen doppelten Nutzen.

Erstens verhindern die Zweige, dass das Laub beim nächsten Windstoß weggeblasen wird, und zweitens verrotten die Nadeln selbst auch und wirken bodenverbessernd. Im Frühjahr entsorgt man dann einfach das übrig gebliebene „Gerippe“.

Eibenzweige eignen sich zwar grundsätzlich auch gut, man sollte aber bedenken, dass bei Eiben gerade die Nadeln besonders giftig sind. Also Vorsicht!

Das dann noch übrig gebliebene Laub kann auf den Komposthaufen oder in die grüne Tonne. Wenn es zu viel ist, kann man es auch zu kommunalen Abfallsammelstellen bringen, Abteilung „Grünschnitt“.

Vorsicht beim Einsatz eines Laubsaugers. Er saugt nicht nur das Laub auf, sondern auch die Kleinlebewesen an der Oberfläche des Bodens und macht den Boden damit steril. Auf Gehwegen und Pflaster kein Problem, aber auf Beeten und Rabatten im Privatgarten sollte man ihn besser nicht verwenden.

Mehr zum Thema: Herbstlaub

“Ein weißer Garten”

Ein weißer Garten

Ein weißer Garten

Weitere Gartentipps und viele Anregungen für erlesene Pflanzen finden Sie in meinen Büchern, z.B. in „Ein weißer Garten“ (Ulmer, 2. Aufl. 2006, ISBN 978-3-8001-4983-4, € 14,90), das Sie im Buchhandel oder auch bei mir direkt beziehen können. (bei mir, und nur bei mir, auch signiert).

Der Preis betrug bisher € 29,90, ab jetzt kostet es nur noch € 14,90.

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Quitten – Eine alte Gartenfrucht neu entdeckt

Quitten – Cydonia oblonga

Die Quitte ist eine Asiatin, die jedoch schon in der Antike den europäischen Mittelmeerraum eroberte. Ihre botanische Bezeichnung Cydonia leitet sich von Kydon oder Kydonia, einer antiken Stadt auf der Insel Kreta, ab.

Die Quitte ist eine symbolträchtige Frucht, sie stand für Fruchtbarkeit und war Liebessymbol. Und sie war auch lange in europäischen Küchen ein fester kulinarischer Bestandteil.

Quittenmarmelade

Quittenmarmelade

Den Begriff „Marmelade“ verdanken wir der Quitte, die im Portugiesischen „marmelo“ heißt.

Im Laufe des letzten Jahrhunderts scheint die Quitte bei uns an Beliebtheit verloren zu haben, denn sie verschwand zunehmend aus den Gärten oder war nur noch als Veredelungsunterlage für Birnen zu finden.

Aber warum, wenn sie doch sogar als Namensgeber für einen der beliebtesten Brotaufstriche in unseren Breiten fungiert? Die Antwort ist einfach: Quittenbäume entsprechen nicht dem heutigen Zeitgeist, denn sie liefern kein Fastfoodobst.

Quittenküche

Beim Gemüse nimmt man es in Kauf, dass es (meistens) erst nach dem Prozess des Kochens auf den Tisch gelangt. Beim Obst aber zeigen wir weit weniger Toleranz: Direkt von Baum oder Strauch in den Mund, diese Möglichkeit sollte zumindest theoretisch vorhanden sein, auch wenn viele Zwetschgen dann doch auf dem Datschi landen und die Äpfel in der Mosterei.

Doch wir sollten auch der Quitte eine Chance geben, denn wenn wir ihr etwas Zeit und Verarbeitungsaufwand zugestehen, verwöhnt sie uns mit besonderen Aromen und vielen Verwendungsmöglichkeiten.

Quitten haben ein feines Aroma, ein bisschen Apfel, ein bisschen Birne und doch ganz eigen. Grob unterscheidet man Quitten in Apfelquitten (Cydonia oblonga var. maliformis) und Birnenquitten (Cydonia oblonga var. oblonga), wobei sich diese Unterscheidung auf die Fruchtform bezieht.

Was den Geschmack angeht: Hier scheiden sich die Geister. Während die Einen behaupten, Apfelquitten hätten das bessere Aroma, so behaupten die Anderen das von den Birnenquitten. Hier hilft also nur die persönliche Verkostung, es stehen jeweils verschiedene Sorten zur Auswahl.

Quittenessig

Quittenessig

Quitten bieten ein großes kulinarisches Potential. Sie sind sowohl in der süßen als auch in der herzhaften Küche einsetzbar.

Klassiker sind Brotaufstriche wie Quittengelee, -marmelade oder -mus, aber auch Quittensirup.

Im Ofen gebacken und mit Sahne serviert sind sie ein köstlicher Nachtisch, sie sind eine gute Zutat für Kuchen, ein leckerer Bestandteil von selbst gemachten Chutneys und eine hervorragende Füllung für Geflügel.

Langsam erleben Quitten eine Renaissance und gerade in den letzten Jahren sind einige Kochbücher erschienen, die eine Vielzahl leckerer Quittenrezepte zu bieten haben. Doch bis es soweit ist und Du einige Rezepte ausprobieren kannst, brauchst Du Quitten – und diese am besten aus dem eigenen Garten.

Quittenbäume

Quittenblüte

Blüte einer Zierquitte

Quitten gehören – wie zum Beispiel auch Äpfel und Birnen – zur Familie der Rosengewächse.

Ein Umstand, den Du leicht an den weißen oder rosafarbenen Blüten erkennen kannst, die im Mai erscheinen und zart duften.

Quittenbäume selbst haben etwas Urwüchsiges, sie sind wahrhaftig keine Gehölze für einen Formschnitt, benötigen aber auch kaum einen Obstbaumschnitt.

Bis auf das Entfernen von abgestorbenem Holz oder störenden Ästen ist es eigentlich nicht nötig, sie zu schneiden.

Quitten können bis zu sechs Meter hoch werden, sie sollten an einem sonnigen, wenn möglich etwas geschützten Platz stehen. An den Boden stellen sie keine besonderen Ansprüche, nur Staunässe wird nicht vertragen.

Wassergaben in trockenen Sommern honorieren sie mit saftigen Früchten im Herbst. Da Quitten selbstfruchtend sind, genügt ein Baum im Garten, um ernten zu können.

Quitte am Baum

Quitte am Baum

Typisch für Quitten ist neben ihrer Farbe – „quitte(n)gelb“ – der weiche Flaum auf Blättern und Früchten.

Nähern sich die Früchte der Reife, verringert sich bei vielen Sorten diesen Flaum auf den Quitten.

Zur Verarbeitung ist es notwendig, die Reste des „Pelzes“ mit einem weichen Tuch vollständig zu entfernen, denn sie enthalten Bitterstoffe.

Quitten sind ein spätes Obst, sie werden (je nach Sorte) ab Ende September, meist erst im Oktober reif. Früchte, die noch nicht ganz reif sind, können im Haus nachreifen und verbreiten eine wundervollen blumigen Duft.

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